Pferdezucht-Events fotografieren: Einblicke in die Fohlenschau
- 5. Okt. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Aug.
Der Beitrag wurde am 05.07.2019 veröffentlicht am 05.10.2025 komplett überarbeitet und mit neuen Erfahrungswerten aktualisiert.
In den letzten Jahren durfte ich viele Veranstaltungen begleiten und habe dabei sehr viel Erfahrung gesammelt: sowohl über technischen die Herausforderungen bei Fohlenschauen als auch über die Motive, die Züchter, Besitzer und Veranstalter besonders schätzen.
In diesem Beitrag zeige ich dir sowohl einige meiner Lieblingsfotos aus verschiedenen Fohlenschauen als auch die wichtigsten Tipps, die mir beim Fotografieren dieser besonderen Zuchtveranstaltungen immer wieder helfen.

Du möchtest selbst bei Fohlen- oder Stutenschauen fotografieren? Hier meine Tipps:
Tipp 1: Die perfekte technische Vorbereitung
Teleobjektiv mit diesen Einstellungen:
Blende: ~f/3.5
Damit sind sowohl Fohlen als auch Stute scharf (genug Schärfentiefe für beide)
Verschlusszeit: 1/1000s
Wegen der schnellen, unvorhersehbaren Bewegungen – nur so frierst du die Bewegung wirklich ein
ISO: Angepasst je nach Lichtsituation
Lieber etwas höher als zu dunkle Bilder!

Tipp 2: DAS klassische Bild – Deine Hauptaufgabe
Das Ziel: Fohlen trabt in der perfekten Phase neben der Stute im Seitenprofil.
Die Herausforderung:
Du hast sehr wahrscheinlich nur eine Chance, wenn das Fohlen im Ring ist und 1-2 Runden trabt – hoffentlich tut es das auch!
So gelingt es:
Platziere dich strategisch entlang des Laufwegs
Beachte die Lichtsituation – vermeide Gegenlicht, suche gleichmäßiges Licht
Wähle eine Stelle, wo das Fohlen kraftvoll im Seitenprofil vorbeitrabt
Beobachte vorher andere Durchgänge, um den besten Spot zu finden
Fotografiere im Seitenprofil in der perfekten Phase in der Schwebe
Serienbildmodus nutzen – aus 10 Bildern ist garantiert eins perfekt

Tipp 3: Großzügiger Bildausschnitt – Sicherheit geht vor
Nicht zu formatfüllend fotografieren!
Bei unvorhersehbaren Bewegungen von Stute oder Fohlen werden sonst versehentlich Ohren, Hufe oder Schweif "abgeschnitten".
Deshalb lasse lieber großzügig Platz im Bildausschnitt. Denn später im Nachhinein zu croppen ist immer möglich, aber abgeschnittene Körperteile zu retten da wird's dann schon schwieriger!
Achte darum besonders auf Ohrenspitzen (besonders wenn das Fohlen den Kopf hebt), Hinterbeine und Schweif (wenn das Fohlen ausschlägt), Vorderbeine (wenn das Fohlen springt)

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Tipp 4: Erst der Klassiker, dann die Extras
Wenn du nur 1-2 Runden Zeit hast, musst du Prioritäten setzen. Der klassische Trab-Shot ist das Muss. Alles andere ist Bonus. Deshalb empfehle ich diese Prioritäten-Reihenfolge:
4.1. Zuerst: Der Klassiker im Kasten
Fohlen trabt neben Stute, Seitenprofil, perfekte Phase. Halte deine Kamera, deine Einstellungen und deine Position bereit um dieses Bild nicht zu verpassen.
4.2. Wenn der Klassiker im Kasten ist: Näher herangehen oder hineinzoomen
Kopf-Porträts des Fohlens
Detailaufnahmen (Augen, Nüstern, Beine)
Emotionale Momente zwischen Fohlen und Züchter

4.3. Die Stute nicht vergessen!
Meistens sind die Züchter sehr stolz auf ihre Stuten und freuen sich über ein schönes Erinnerungsfoto!
Wenn dann noch Zeit bleibt oder in den Pausen solltest du außerdem versuchen ein paar schöne Randmomente einzufangen und mit einem Weitwinkel-Objektiv Übersichten vom Platz anzufertigen.
Tipp 5: Ruhe bewahren – Auch unter Druck
Nur 1-2 Runden Zeit. Das Fohlen bewegt sich unvorhersehbar. Der Druck ist hoch.
Ruhig bleiben
Hektik führt zu verwackelten Bildern und verpassten Momenten.
Ausatmen
Kurz vor dem entscheidenden Moment: Tief ausatmen, Schultern entspannen.
Fokus immer auf dem Fohlen
Nicht von der Stute oder dem Läufer ablenken lassen. Dein Autofokus-Punkt bleibt auf dem Fohlen.
Im Takt des Fohlens fotografieren
Beobachte den Rhythmus des Trabens. Nach 2-3 Schritten hast du das Timing im Gefühl.
Serienbildmodus nutzen
Aber nicht wild draufhalten! Warte auf die richtigen Momente, dann 3-5 Bilder in Serie.
Vertraue deiner Vorbereitung
Du hast dich richtig positioniert, die Einstellungen stimmen. Jetzt nur noch den Auslöser drücken.
Mit der Zeit wirst du immer sicherer werden, so dass du auch von deiner Checkliste abweichen kannst und kreativere Einstellungen ausprobieren kannst.
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FAQ: Häufige Fragen zum Fotografieren von Fohlenschauen
1. Welche Kameraeinstellungen sind für die Fotografie einer Fohlenschau optimal?
Um die schnellen, unvorhersehbaren Bewegungen der Fohlen scharf einzufrieren, ist eine Verschlusszeit von mindestens 1/1000s ideal. Verwende eine Blende von etwa f/3.5 oder f/4 – das gibt dir genug Schärfentiefe, damit sowohl das Fohlen als auch die Stute scharf abgebildet werden. Passe die ISO flexibel an das Licht an; im Zweifel ist ein leichtes Rauschen durch eine höhere ISO besser als ein verwackeltes Bild.
2. Welches Objektiv eignet sich am besten für Zuchtveranstaltungen?
Telezoomobjektiv (z.B. 70-200mm) ist das wichtigste Werkzeug, um das Geschehen im Ring aus sicherer Entfernung nah heranzuholen. Für die Pausen oder um die allgemeine Atmosphäre und den Platz einzufangen, empfiehlt sich zusätzlich ein Objektiv mit kürzerer Brennweite (z.B. 24-70mm).
3. Was ist das wichtigste Motiv bei einer Fohlenschau?
Das absolute Pflichtmotiv (der "Klassiker") ist das Fohlen im Trab direkt neben der Stute im Seitenprofil, idealerweise in der perfekten Schwebephase. Dieses Bild hat für Züchter den größten Wert und sollte immer oberste Priorität haben.
4. Wie finde ich die beste Position für das perfekte Trab-Foto?
Platziere dich strategisch am Rand des Laufwegs und achte darauf, Gegenlicht zu vermeiden. Beobachte am besten die ersten Durchgänge der anderen Fohlen, um ein Gefühl für den Ablauf zu bekommen und genau den Spot zu finden, an dem die Pferde im optimalen Licht und im Seitenprofil an dir vorbeilaufen.
5. Warum sollte man Fohlenfotos nicht zu eng beschneiden?
Fohlen bewegen sich sehr dynamisch und unvorhersehbar. Wenn du den Bildausschnitt zu eng wählst, riskierst du, dass bei einem plötzlichen Sprung oder Ausschlagen die Ohrenspitzen, die Beine oder der Schweif abgeschnitten werden. Fotografiere lieber etwas großzügiger – wegschneiden (croppen) kannst du später in der Nachbearbeitung immer noch.
6. Welche Motive lohnen sich neben dem klassischen Trab-Bild noch?
Sobald du den Klassiker im Kasten hast, kannst du dich auf die Details konzentrieren: Nahaufnahmen und Porträts des Fohlens (Kopf, Augen, Nüstern), emotionale Momente zwischen Züchter und Fohlen sowie schöne Einzelaufnahmen der Mutterstute.
7. Wie geht man als Fotograf mit dem hohen Zeitdruck im Ring um?
Der Schlüssel liegt in der Ruhe: Vertraue auf deine technische Vorbereitung. Atme vor dem Start tief aus, fokussiere dich mit dem Autofokus-Punkt konsequent auf das Fohlen und versuche, dich auf den Rhythmus des Trabes einzustellen. Nutze den Serienbildmodus gezielt für kurze Salven (3–5 Bilder) im richtigen Moment, statt planlos dauerhaft auszulösen.













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