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Mitzieher in der Pferdefotografie – Bewegung im Reitsport sichtbar machen

  • 24. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Tagen



Mitzieher sind eine großartige Technik um Bewegung und Dynamik in der Pferdefotografie sichtbar zu machen. Gerade im Springsport, wo alles schnell und kraftvoll passiert, entsteht so ein ganz besonderer Bildlook.


In diesem Beitrag zeige ich dir, wie Mitzieher funktionieren und welche Einstellungen ich dafür nutze.



Was ist ein Mitzieher?


Ein Mitzieher ist eine Aufnahmetechnik, bei der du die Kamera mit dem sich bewegenden Motiv mitziehst. Durch eine langsame Verschlusszeit bleibt das Pferd möglichst erkennbar, während der Hintergrund in Bewegungsunschärfe verschwimmt.


Das Ergebnis: Ein Bild, das nicht nur einen Moment zeigt – sondern Geschwindigkeit fühlbar macht.


Slowshutter im Reitsport für dynamische Bilder


Zur Erklärung: das hier gezeigte Bild ist KEIN Mitzieher im eigentlichen Sinne, sondern eine Langzeitbelichtung. Das bedeutet, dass die hier empfohlenen Einstellungen genutzt wurden, um Dynamik zu erzeugen und gleichzeitig den Fokus auf etwas statisches zu lenken, wie hier das Logo des Reitvereins auf dem Hindernis.



Warum Mitzieher im Springsport so gut funktionieren


Im Springsport hast du oft klare Bewegungsrichtungen, relativ konstantes Tempo und kraftvolle, wiederkehrende Abläufe. Das sind perfekte Voraussetzungen für Mitzieher.


Besonders gut geeignet sind die Situationen am Sprung selbst oder auch auf dem direkten Weg zum Sprung. Der Moment ist dynamisch, aber gleichzeitig, weil der Weg klar definiert ist, zum fotografieren auch gut planbar.



Meine Kamera-Einstellungen


Bei Mitziehern im Reitsport wähle ich eine Verschlusszeit von etwa 1/50 Sek. Wenn sich das Motiv eher langsam bewegt, dann würde ich 1/25 sec wählen.


Foto auf einem Springturnier mit gezielter Bewegungsunschärfe


Je länger du belichtest, desto mehr Bewegungsunschärfe erzeugst du. Gleichzeitig empfiehlt es sich die Blende etwas zu schließen, f/4.5 - f5 haben sich bei mir in der Halle gut bewährt. So betont man die Bewegungsunschärfe VOR der Schärfenuntiefe. Oder anders ausgedrückt: bei f2.8 erzeugt man bei Mitziehern zu viel undefinierbaren Matsch.

Außerdem solltest du unbedingt darauf achten, dass du einen kontinuierlichen Autofokus eingestellt hast (AF-C bzw AI-Servo bei Canon).

Ich empfehle zudem den Serienbildmodus damit du anschließend eine größere Auswahl an kreativen Motiven hast. Das erhöht die Trefferquote deutlich.



Dynamisches Springfoto von einem Pferd mit gezielter Bewegungsunschärfe

70mm | ISO 320 | f/4.5 | 1/50 Sek



So funktioniert die Technik


Wenn du selbst Mitzieher ausprobieren möchtest, achte auf diese Punkte:


Früh ansetzen: Verfolge das Pferd schon vor dem Sprung durch den Sucher

Gleichmäßig mitziehen: Bewege die Kamera sehr ruhig und konstant mit dem Motiv

Durchziehen: Auslösen und mitziehen! Nicht im Moment des Auslösens stoppen!


Man braucht ein bisschen Übung! Also nicht aufgeben falls es nicht auf Anhieb klappt. Am besten funktioniert's wenn sich das Motiv parallel zur Kamera bewegt.


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Die hier gezeigten Mitzieher wurden in der Halle angefertigt. Wenn man allerdings Outdoor bei Tageslicht fotografiert, dann kann man das Licht mit Hilfe eines Filters abdunkeln. Hierfür empfehle ich meinen variablen Lieblingsfilter von K&F CONCEPT (Affiliate Link): https://amzn.to/4bI76Tw


Wenn du keinen Filter zur Hand hast, dann kannst du alternativ auch die Blende weiter schließen. Das folgende Bild habe ich beispielsweise mit einer Blende von f/9 und einer Verschlusszeit von 1/80 Sek aufgenommen.



190mm | ISO 160 | f/4.5 | 1/80 Sek



Mein Fazit


Mitzieher sind eine wunderbare Möglichkeit, mehr Gefühl und Dynamik in deine Bilder zu bringen.

Sie müssen nicht perfekt sein – oft sind es gerade die kleinen Unschärfen, die ein Bild lebendig machen.


Dynamisches Springfoto von einem Pferd mit gezielter Bewegungsunschärfe


Noch mehr Einblicke


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