Mitzieher in der Pferdefotografie – Bewegung im Reitsport sichtbar machen
- 24. März
- 2 Min. Lesezeit
Mitzieher sind eine großartige Technik um Bewegung und Dynamik in der Pferdefotografie sichtbar zu machen. Gerade im Springsport, wo alles schnell und kraftvoll passiert, entsteht so ein ganz besonderer Bildlook.
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie Mitzieher funktionieren und welche Einstellungen ich dafür nutze.
Was ist ein Mitzieher?
Ein Mitzieher ist eine Aufnahmetechnik, bei der du die Kamera mit dem sich bewegenden Motiv mitziehst. Durch eine langsame Verschlusszeit bleibt das Pferd möglichst erkennbar, während der Hintergrund in Bewegungsunschärfe verschwimmt.
Das Ergebnis: Ein Bild, das nicht nur einen Moment zeigt – sondern Geschwindigkeit fühlbar macht.

Streng genommen ist das hier gezeigte Bild kein Mitzieher im klassischen Sinne. Vielmehr wurden die empfholenen Einstellungen genutzt um Dynamik zu erzeugen und gleichzeitig den Fokus auf etwas statisches zu lenken, wie hier das Logo des Reitvereins auf dem Hindernis.
Warum Mitzieher im Springsport so gut funktionieren
Im Springsport hast du oft klare Bewegungsrichtungen, relativ konstantes Tempo und kraftvolle, wiederkehrende Abläufe. Das sind perfekte Voraussetzungen für Mitzieher.
Besonders gut geeignet sind die Situationen am Sprung selbst oder auch auf dem direkten Weg zum Sprung. Der Moment ist dynamisch, aber gleichzeitig, weil der Weg klar definiert ist, zum fotografieren auch gut planbar.
Meine Kamera-Einstellungen
Bei Mitziehern im Reitsport wähle ich eine Verschlusszeit von 1/50 sec. Wenn sich das Motiv eher langsam bewegt, dann würde ich 1/25 sec wählen.

Je länger du belichtest, desto mehr Bewegungsunschärfe erzeugst du. Gleichzeitig empfiehlt es sich die Blende etwas zu schließen, f/4.5 - f5 haben sich bei mir gut bewährt. So betont man die Bewegungsunschärfe VOR der Schärfenuntiefe. Oder anders ausgedrückt: bei f2.8 erzeugt man bei Mitziehern zu viel undefinierbaren Matsch.
Außerdem solltest du unbedingt darauf achten, dass du einen kontinuierlichen Autofokus eingestellt hast (AF-C bzw AI-Servo bei Canon).
Ich empfehle zudem den Serienbildmodus damit du anschließend eine größere Auswahl an kreativen Motiven hast. Das erhöht die Trefferquote deutlich.

70mm | ISO 320 | f/4.5 | 1/50 Sek
So funktioniert die Technik
Wenn du selbst Mitzieher ausprobieren möchtest, achte auf diese Punkte:
Früh ansetzen: Verfolge das Pferd schon vor dem Sprung durch den Sucher
Gleichmäßig mitziehen: Bewege die Kamera sehr ruhig und konstant mit dem Motiv
Durchziehen: Auslösen und mitziehen! Nicht im Moment des Auslösens stoppen!
Man braucht ein bisschen Übung! Also nicht aufgeben falls es nicht auf Anhieb klappt.
Die hier gezeigten Mitzieher wurden in der Halle angefertigt. Wenn man allerdings Outdoor bei Tageslicht fotografiert, dann müsste man das Licht mit Hilfe eines Filters abdunkeln. Hierfür empfehle ich meinen variablen Lieblingsfilter von K&F CONCEPT (Affiliate Link): https://amzn.to/4bI76Tw
Mein Fazit
Mitzieher sind eine wunderbare Möglichkeit, mehr Gefühl und Dynamik in deine Bilder zu bringen.
Sie müssen nicht perfekt sein – oft sind es gerade die kleinen Unschärfen, die ein Bild lebendig machen.

Noch mehr Einblicke
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