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Hand in Hand für den Reitsport: Warum Reitvereine und Turnierfotografen einander brauchen

  • vor 4 Tagen
  • 13 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Ein Reitturnier auf die Beine zu stellen, grenzt oft an ein kleines Wunder. Hinter den Kulissen kleinerer Vereine stehen meist ehrenamtliche Helfer, die ihre Freizeit opfern, Kuchen backen, Parcours umbauen und mit einem oft verschwindend geringen Budget kalkulieren müssen. Auf der anderen Seite steht der Turnierfotograf, der Stunden im Staub oder Regen verbringt, teures Equipment abnutzt und am Ende des Tages auch seine Rechnungen bezahlen muss. Hinzu kommt die Unsicherheit für beide Seiten, ob die äußeren Bedingungen (wie z.B. das Wetter) mitspielen, damit man am Ende des anstrengenden Events nicht noch mit roten Zahlen zu kämpfen hat.


Viel zu oft stehen sich diese beiden Parteien (Turnierveranstalter und Fotografen) als reine Dienstleister und Kunden gegenüber – oder schlimmer noch: als Gegner, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Wenn Fotografen vor den wichtigsten Prüfungen abreisen, weil „eh keiner mehr Bilder kauft“, oder Vereine den Fotografen als reines Profit-Unternehmen sehen, weil „der/die sich hier eh die Taschen vollmacht“, dann läuft etwas schief.


Dabei liegt im gemeinsamen „Hand in Hand“ eine riesige Chance. Professionelle Turnierfotos sind kein Luxusprodukt für den Onlineshop des Fotografen – sie sind das Treibstoff-Zentrum für das Marketing und das Überleben des Vereinsturniers.


Zwei Ponyreiter in der Siegerehrung geben sich ein freundschaftliches High-Five


1. Der Sponsoren-Magnet: Warum Sponsoren keine Tabellen, sondern sichtbare Wirksamkeit wollen


Sponsoren sind das finanzielle Rückgrat jedes Vereinsturniers. Doch warum sollte ein lokaler Futtermittelhändler oder die örtliche Sparkasse im nächsten Jahr wieder Geld für ein Hindernis oder eine Ehrendecke geben? Bestimmt nicht wegen einer bloßen Erwähnung in der Starterliste.

Sponsoren wollen sehen, dass ihr Engagement wirkt. Sie wollen Emotionen und sie wollen, dass ihr Unternehmens-Logo prominent und positiv gesehen wird. Ein qualitativ hochwertiges, professionelles Foto, auf dem das Siegerpferd die gesponserte Paradedecke trägt, oder der Moment, in dem ein Reiter perfekt über den Sprung mit dem Sponsoren-Logo fliegt DAS ist die beste Währung, die ein Verein einem Sponsor zurückgeben kann. Solche Bilder landen in den Geschäftsberichten der Sponsoren, auf deren Social-Media-Kanälen und in der Lokalpresse. Sie tragen entscheidend dazu bei, das Sponsoring für das nächste Jahr zu sichern.


Die Siegerehrung als Bühne: Zelebrieren statt Abhandeln

Schöne Bilder entstehen nicht im Vorbeigehen, sondern müssen oft inszeniert werden. Eine Siegerehrung ist genau das, was der Verein daraus macht. Für erstklassige Sponsorenfotos müssen bestimmte Standards erfüllt sein:

  • Das optische Paket: Gut sichtbare Siegerschleifen, ordentlich aufgelegte Paradedecken, gut erkennbare und schön hergerichtete Ehrenpreise sowie Fangständer, die das Siegerpaar optisch einrahmen.

  • Das „Drumherum“: Ein Komitee aus Sponsorenvertretern und Vereinsfunktionären, das sich ordentlich aufstellt.

  • Ruhe im Bild: Ein sauberer, ruhiger Hintergrund. Das bedeutet: Das Parcoursteam und die Trecker machen für die paar Minuten der Ehrung kurz Pause und verschwinden aus dem Hintergrund.


Die goldene Regel für den Aufwand: Wenn eine Siegerehrung diese Mindeststandards nicht erfüllt (weil alles hektisch, unordentlich oder lieblos wirkt), ist es absolut legitim, wenn der Fotograf seine Ressourcen schont und hier keine professionellen Bilder macht. In diesen Fällen reicht es völlig aus, wenn ein Vereinsmitglied ein schnelles, liebevolles Handyfoto oder -video für die Social-Media-Story macht. Professionelle Kamera-Ressourcen sollten für die Momente aufgespart werden, die auch professionell vorbereitet wurden.


Siegerpferd in der Ehrenrunde mit Siegerkranz und Paradedecke und einer strahlenden Reiterin


🤝 Hand in Hand: Die To-do-Liste für Punkt 1


Für Reitvereine & Veranstalter:

  • Sponsoren-Briefing liefern: Gebt dem Fotografen vor dem Turnier eine Liste der wichtigsten Sponsoren und wie diese vertreten sind (Hindernis, Decke, Ehrenpreis, Bande, Fahne etc.).

  • Siegerehrungs-Master ernennen: Beauftragt eine feste Person im Verein damit, die Siegerehrungen zu organisieren. Der Ablauf sollte vorab abgestimmt werden. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Fotografen hilft sehr für einen reibungslosen Ablauf und gute Ergebnisse.

  • Siegerehrungen zelebrieren: Schafft die optischen Voraussetzungen (Schleifen, Blumen, Ehrenpreise, Decken, aufgestellte Fangständer, Trecker-Pause), damit der Fotograf überhaupt erstklassige Sponsorenfotos machen kann.


Für Fotografen:

  • Perspektive wechseln: Macht im Laufe des Turniers Aufnahmen, auf denen die Werbeträger der Sponsoren (Hindernisse, Banden, Fahnen etc) optimal in Szene gesetzt sind. Richtet den Fokus zwischendurch gezielt auf Logos und lasst Pferd und Reiter für diesen Moment zu „Statisten“ werden, die die Szene im Hintergrund beleben.

  • Die Siegerehrung ernst nehmen: Auch wenn die Ehrenrunde für den Verkauf manchmal zäh ist – wenn der Verein sich bei der Siegerehrung Mühe gibt, bleibt bis zum Schluss und liefert das perfekte Sponsorenfoto ab.

  • Sponsoring-Pakete anbieten: Bietet dem Verein proaktiv an, eine Auswahl an Sponsoren-Fotos zu einem fairen Paketpreis (oder als Teil eurer Kooperation) direkt für deren Sponsoren-Pflege freizugeben.

 

Foto aus einer Siegerehrung bei dem der Sponsor im Fokus steht und das Siegerpferd unscharf im Hintergrund erscheint


2. Social Media & Pressearbeit: Der Treibstoff für das ganze Jahr (und wie man ihn richtig zündet)


Ein Turnier dauert wenige Tage – aber die Bilder davon müssen den Verein häufig das ganze Jahr über repräsentieren. Sie sind das Gesicht des Vereins auf Instagram, Facebook und der Website. Sie locken neue Mitglieder an, kündigen den nächsten Lehrgang an und dienen Monate später als perfekter Vorbericht für das Turnier im Folgejahr.


Doch damit das funktioniert, braucht es einen klaren Plan statt des Prinzips „Lauf mal los und fotografier alles“. Nichts ist für einen Fotografen frustrierender, als planlos über die Anlage gejagt zu werden, um sicherheitshalber alles zu dokumentieren, nur damit die Bilder am Ende ungenutzt auf einer Festplatte verstauben. Das „Verbrennen“ des Fotografen ist eine schlechte Strategie und sorgt dafür, dass im entscheidenden Moment die Energie fehlt.

Genauso frustrierend ist es, wenn NACH dem Turnier gefragt wird: „Sag mal, hast du eigentlich gar nicht unsere Tischdeko fotografiert?! Sehr schade, die hat eine lokale Floristin und gute Freundin des Vereins mit unglaublich viel Aufwand und Liebe vorbereitet und zur Verfügung gestellt“ – wenn das vorher mit keinem Wort erwähnt wurde. Ein erfahrender Turnierfotograf kann zwar vieles antizipieren, aber er kann nicht hellsehen.


Und schließlich das Thema Infrastruktur und Deadlines: Wer am Sonntagabend um 18:00 Uhr ein Pressefoto fordert, muss dem Fotografen auch die Möglichkeit geben, dieses zu liefern. Ohne Strom, einen ruhigen Arbeitsplatz und Internet vor Ort ist eine schnelle Lieferung schlicht unmöglich.

Ein guter Plan und ein schriftliches Briefing sind daher die Voraussetzung für effizientes, strukturiertes Arbeiten auf Augenhöhe.


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🤝 Hand in Hand: Die To-do-Liste für Punkt 2


Für Reitvereine & Veranstalter:

  • Kein „Besser haben als brauchen“: Schont die Ressourcen des Fotografen. Schickt ihn nicht für „vielleicht“-Motive los. Fokussiert euch auf die Kernmomente, die ihr wirklich nutzen werdet.

  • Das schriftliche Briefing (Der „Fahrplan“): Setzt euch eine Woche vor dem Turnier hin und schreibt auf, welche Motive gebraucht werden. Wer im Briefing nicht vorkommt, wird im Zweifel nicht fotografiert – das verhindert nachträgliche Enttäuschungen.

  • Infrastruktur für Pressearbeit bereitstellen: Klärt vorab: Werden Pressefotos benötigt? Wenn ja, bis wann (Deadline)? Richtet dem Fotografen einen festen Pressearbeitsplatz ein (Tisch, Stuhl, Stromanschluss, ggf. WLAN-Zugang), damit er nicht im Auto auf dem Schoß Bilder bearbeiten muss.

  • Credits geben: Wenn ihr die Bilder postet, nennt immer den Namen bzw den jeweiligen Accoutn des Fotografen. Das ist die wichtigste Währung für seine Reichweite.


Für Fotografen:

  • Die Briefing-Liste mit Know How und Erfahrung füllen: Nutzt das Briefing des Vereins und übersetzt es in die richtigen Bildstile. Ihr seid die Experten für die fotografische Umsetzung und die richtigen Motive für die jeweilige Nutzung:

    • Für die Presse: Ein dynamisches Actionbild über dem Sprung oder ein klassisches Siegerfoto. Wichtig: Wählt den Ausschnitt groß genug („genug Fleisch drumherum“), damit erkennbar bleibt, wo das Event stattgefunden hat, und achtet darauf, dass das Gesicht des Reiters zu erkennen ist.

    • Für den Sponsor: Das schönste Springbild bringt nichts, wenn das Logo auf dem Hindernis abgeschnitten ist. Platziert euch so, dass das Sponsoren-Branding deutlich erkennbar im Bild ist.

    • Für Social Media: Hier zählen Emotionen! Sucht nach den Momenten abseits des sportlichen Ritts – strahlende Gesichter, Menschen, die sich vor Freude in den Armen liegen, oder das Pferd, das nach dem Ritt geknuddelt und geknutscht wird.

  • Technik-Bedarf rechtzeitig anmelden: Sagt dem Verein rechtzeitig: „Ich liefere euch die Pressebilder gerne noch am Turniertag direkt vor Ort. Dafür benötige ich einen Arbeitsplatz mit Strom.“

 

Springpferd streckt sich über einer Trippelbarre

 


3. Ein Appell an die Fotografen-Kollegen: Warum wir eine Verantwortung für das Turnier haben


Als Turnierfotografen sind wir nicht nur Dienstleister, die Bilder verkaufen – wir sind die Chronisten des Reitsports. Unsere Fotos entscheiden darüber, wie der Sport nach außen wahrgenommen wird. Deshalb dürfen wir uns nicht als reine Einzelkämpfer sehen, deren Arbeit mit dem letzten zahlenden Kunden auf der Liste endet.


Liebe Kollegen, bei allem Respekt: Wer vor dem „Großen Preis“ – dem sportlichen Highlight des Turniers – seine Sachen packt, weil man anhand der Teilnehmerliste entscheidet, dass sich der Fotoverkauf an Profis bei ländlichen Turnieren vermeintlich nicht mehr lohnt, schadet der Partnerschaft mit dem Verein. Ja, das eigene Geschäft ist wichtig. Aber der Schlüssel für langfristigen Erfolg liegt in der Kooperation. Wenn wir wollen, dass Vereine uns wertschätzen, müssen wir das Event als Ganzes unterstützen und bis zum Schluss professionell begleiten!


Der Fotograf als Regisseur: Kulisse, Fokus und der „Schmutz-Detektor“

Als Fotografen gestalten wir das Bild aktiv mit. Wir entscheiden durch unseren Standort und unseren Blick, wie das Turnier im Onlineshop und in den Medien wirkt. Das erfordert, dass wir unsere Fachkompetenz vor Ort aktiv einbringen und den Mund aufmachen:

  • Die Kulisse bewusst wählen: Zeigt das volle Vereinsheim, den großen Banner über dem Einritt oder die gut besuchte Zuschauertribüne. Blendet die Mistkarre, den unordentlichen Hindernis-Sammelplatz oder leere Ränge bewusst aus. Bevorzugt im Parcours das vereinseigene Hindernis oder die Sponsorensprünge statt eines No-Name-Steilsprungs aus Bequemlichkeit.

  • Der Blick für störende Details: Der Veranstalter hat im Stress oft keinen Blick für das Drumherum. Wenn beim Blick durch den Sucher auffällt, dass bei der Siegerehrung ein Trecker im Hintergrund steht, darf und sollte der Fotograf das laut ansprechen.

  • Der Schmutz-Detektor für Hindernisse: Für die Helfer vor Ort „guckt es sich weg“, wenn die Sprünge im Laufe des Tages dreckig werden. Auf den Fotos sieht man den Matsch dagegen sofort. Hier hilft eine kurze, effiziente Anleitung an das Parcoursteam:

  • Priorität haben immer die Sponsorenhindernisse.

  • Das Wichtigste sind die Fänge und die obere Stange.

  • Geputzt werden muss vor allem die Rückseite des Hindernisses – denn das ist die Seite, die der Fotograf im Fokus hat!



🤝 Hand in Hand: Die To-do-Liste für Punkt 3


Für Fotografen:

  • Grenzen ehrlich kommunizieren: Klärt vorab, was machbar ist. Bietet nur das an, was ihr technisch und zeitlich leisten könnt (z. B. keine eierlegende Wollmilchsau aus Fotos, Reels und Drohnenaufnahmen gleichzeitig).

  • Kulisse aktiv gestalten: Wählt eure Standorte so, dass Sponsorensprünge im Fokus stehen und unschöne Ecken (Mistkarren, leere Ecken) geschickt ausgeblendet werden.

  • Als Fachkraft beraten: Macht den Mund auf! Weist den Veranstalter freundlich, aber bestimmt auf störende Hintergründe oder dreckige Hindernisstangen hin, bevor das Foto im Kasten ist.


Für Reitvereine & Veranstalter:

  • Offen für Feedback sein: Nehmt Hinweise des Fotografen auf Schmutz oder störende Motive im Hintergrund dankbar als professionelle Unterstützung an – er tut es für eure perfekten Bilder.

  • Wünsche frühzeitig besprechen: Äußert eure Visionen Wochen vor dem Turnier, damit der Fotograf ehrlich sagen kann, was machbar ist, und ihr gemeinsam planen könnt.


 

Turnierfotografin im Einsatz


4. Wie die Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt: Praktische Tipps für Vereine und Fotografen


Es hält sich hartnäckig ein Mythos in den Köpfen vieler Reitvereine: „Der Fotograf verdient sich mit den Fotos im Onlineshop mit unserem Turnier und unseren Teilnehmern eine goldene Nase.“

Die Realität sieht völlig anders aus. Der reine Verkauf von Teilnehmerfotos auf ländlichen Turnieren deckt heute oft kaum noch die Sprit-, Verschleiß- und Fixkosten des Fotografen. Die Zeiten, in denen Fotografen Standgebühren an den Verein gezahlt und als „Dankeschön“ noch 100 kostenlose Pressefotos abgegeben haben, sind lange vorbei.

Nur bei hochkarätigen, internationalen Turnieren mit prominentem Starterfeld und außergewöhnlichen Locations können Veranstalter heute noch Akkreditierungsgebühren verlangen. Auf normalem Niveau müssen Vereine umdenken: Wenn ihr gute Fotos wollt, müsst ihr dem Fotografen partnerschaftlich entgegenkommen – und das kann auch ohne großes Budget funktionieren.



🤝 Hand in Hand: Die To-do-Liste für Punkt 4


Für Reitvereine & Veranstalter:

  • Die Basics sichern (Wertschätzung zeigen): Sorgt dafür, dass der Fotograf arbeiten kann. Dazu gehören:

    • Ein sicherer Ablageplatz für teures Equipment.

    • Zugang zu einer Steckdose.

    • Kostenlose Verpflegung (Helferbändchen für Essen und Trinken).

    • Möglichkeiten, um Flyer o.ä. auszulegen oder aufzuhängen.

  • Ins Team integrieren: Behandelt den Fotografen wie ein Teammitglied. Informiert ihn aktiv und rechtzeitig über wichtige Programmpunkte oder spontane Änderungen im Zeitplan.

  • Werbe-Turbo zünden (Gegenleistung ohne Budget): Unterstützt das Geschäft des Fotografen aktiv mit eurer Reichweite:

    • Nennt den Fotografen namentlich auf der Zeiteinteilung.

    • Verlinkt seine Website dauerhaft auf eurer Vereinshomepage.

    • Erwähnt ihn im offiziellen Dankesbrief an die Sponsoren.

  • Aufträge vermitteln (Sponsoren-Brücke bauen): Wenn ein Sponsor vorab nach Fotos fragt, stellt vor dem Turnier den direkten Kontakt zum Fotografen her. So kann dieser ein individuelles, bezahltes Angebot für den Sponsor erstellen.

  • Konkurrenz managen (Hausrecht nutzen): Wenn ihr einen Fotografen exklusiv beauftragt habt und plötzlich unangemeldet „wilde“ Fotografen auf dem Platz auftauchen, um Bilder zu verkaufen, solltet ihr als Veranstalter aktiv werden. Klärt die Situation schnellstmöglich auf, um Spannungen und unfairen Wettbewerb zu vermeiden.


Für Fotografen:

  • Bedarf konkret ansprechen: Wartet nicht darauf, dass der Verein eure Bedürfnisse errät. Sagt bei der Zusage klar: „Ich komme gerne. Ich benötige dafür einen Stromanschluss, Verpflegung wie ein Helfer und die Erlaubnis, meine Flyer am Meldestellen-Aushang zu platzieren.“

  • Kooperations-Angebote machen: Schlagt dem Verein von euch aus vor, wie er euch unterstützen kann. Wenn der Verein deutlich mehr verlangt als du for free rausgeben möchtest, dann verweise auf definierte Leistungspakete mit klaren Preisen für Transparenz und Fairness.

  • Exklusivität vorab klären: Fragt bei der Buchung direkt nach: „Bin ich der einzige offizielle Fotograf vor Ort oder habt ihr noch andere Kollegen engagiert?“ Das schafft von Anfang an Klarheit.

 

Junge Reiterin küsst ihr Pony in der Siegerehrung bei einem Reitturnier


Fazit: Erfolg ist Teamsache – für beide Seiten


Die Gleichung ist simpel: Ein Reitturnier ist heute weit mehr als nur Sport – es ist eine Plattform für Sponsoren, Mitglieder und die Öffentlichkeit. Professionelle Fotos sind dabei kein nettes Extra, sondern das wichtigste Werkzeug, um diese Plattform sichtbar zu machen.


Für Vereine liegt hier eine riesige Chance. Wer den Fotografen nicht als reinen Dienstleister, sondern als strategischen Partner versteht, profitiert direkt. Durch klare Absprachen im Vorfeld – welche Sponsoren müssen ins Bild, welche Highlights stehen an? – und echte Wertschätzung vor Ort (von der Verpflegung bis zum optimalen Arbeitsplatz) schaffen Vereine die Basis für erstklassige Ergebnisse. Diese Bilder sind im Nachgang das beste Argument für die Sponsorenakquise im nächsten Jahr.


Gleichzeitig tragen auch die Fotografen eine Mitverantwortung für das große Ganze. Die ländliche Turnierlandschaft ist das Fundament des Reitsports. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Vereine gäbe es schlicht keine Veranstaltungen mehr, auf denen fotografiert werden kann. Eine echte Kooperation und das Verständnis für die Vereinsstrukturen sind daher keine Gefälligkeiten, sondern eine Investition in den Erhalt der eigenen Arbeitsgrundlage.

Am Ende geht es ganz ohne Drama um eine pragmatische Realität: Nur wenn beide Seiten Hand in Hand arbeiten, den Wert des anderen anerkennen und aktiv unterstützen, bleibt der Turniersport für alle Beteiligten lebendig, professionell und zukunftsfähig.


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FAQ: Häufige Fragen zu Kooperation, Sponsoring und Bildrechten auf Reitturnieren

1. Warum braucht ein Reitverein einen professionellen Turnierfotografen?

Ein professioneller Fotograf liefert hochwertige Bilder, die das Aushängeschild des Vereins sind. Diese Fotos werden dringend für die Öffentlichkeitsarbeit, die Social-Media-Kanäle, die Vereins-Website und vor allem für die professionelle Sponsorenberichterstattung benötigt. Handyfotos von Amateuren können diese Qualität meist nicht liefern.

2. Reicht für unser Reitturnier nicht auch ein Hobbyfotograf mit einer guten Kamera?

Das ist ein häufiger Trugschluss. Eine teure Ausrüstung macht noch keinen guten Sportfotografen – genauso wenig, wie eine Profi-Pfanne einen zum Sternekoch macht. Der Unterschied zwischen einem Profi und einem Hobbyfotografen zeigt sich vor allem in vier Punkten:

  • Das Auge für den Sport (Biomechanik): Ein Profi-Pferdefotograf kennt und antizipiert die Bewegungsabläufe der Pferde und drückt im perfekten Moment ab. Das erfordert sehr viel Übung die ein Hobbyfotograf oft noch nicht hat.

  • Sicherheit am Platz: Profis wissen genau, wie sich Pferde verhalten. Sie positionieren sich so, dass sie weder Pferd noch Reiter ablenken oder gefährden, und halten sich an die ungeschriebenen Sicherheitsregeln im Parcours und im Viereck.

  • Zuverlässigkeit & Backup: Ein Profi sagt nicht ab, weil es regnet oder er keine Lust hat. Er hat zudem immer eine zweite Kamera und Ersatzobjektive dabei. Fällt bei einem Hobbyfotografen die Kamera aus, steht das Turnier ohne Bilder da.

  • Workflow und Schnelligkeit: Ein Profi hat die Hard- und Software, um tausende Bilder in Rekordzeit zu sichten, zu bearbeiten und in einem professionellen Shop bereitzustellen. Bei Hobbyfotografen warten Reiter oft Wochen auf ihre Bilder und der Workflow ist umständlich und undurchsichtig, was zu Frust führen kann.

Fazit: Für ein paar Schnappschüsse im Vereinsheft reicht ein Hobbyfotograf. Wer aber eine verlässliche, sichere und für Sponsoren nutzbare Bildqualität sucht, kommt an einem Profi nicht vorbei.

3. Wie unterstützt ein Turnierfotograf die Sponsorenarbeit des Vereins?

Sponsoren möchten sehen, dass ihr Engagement wirkt. Ein Fotograf kann gezielt Hindernisse mit Sponsorenbranding, Ehrenpreise bei der Siegerehrung oder Werbebanner im Hintergrund der Reiter fotografieren. Diese Bilder sind für den Verein das wichtigste Argument bei der Gewinnung und Bindung von Sponsoren für das nächste Turnier.

4. Kostet ein professioneller Fotograf den Reitverein Geld?

In der Regel arbeiten Turnierfotografen auf eigenes wirtschaftliches Risiko: Sie fotografieren kostenlos vor Ort und finanzieren sich über den anschließenden Verkauf der Bilder an die Reiter. Möchte der Verein die Bilder jedoch selbst für seine PR oder Sponsoren nutzen, sollte im Vorfeld eine faire Pauschale oder eine Bildnutzungsvereinbarung getroffen werden. Ein Fotograf sollte hierfür definierte Leistungspakete anbieten können.

5. Wie können Vereine den Fotografen vor Ort optimal unterstützen?

Wertschätzung und gute Arbeitsbedingungen sichern bessere Ergebnisse. Vereine sollten für ihren Fotografen gute Arbeitsbedingungen schaffen durch:

  • Verpflegung (Essen- und Getränkegutscheine)

  • Zugang zu Strom (für Laptop/Akkustationen) und WLAN

  • Einen Ablageort für das teure Equipment, sicher und in der Nähe vom Platz

  • Namentliche Erwähnung und Verlinkung auf Social Media

  • Möglichkeiten für Werbung (Flyer, Aufsteller, Poster etc)

  • Versorgung mit Informationen

 

Vereine können den Fotografen je nach Absprache zusätzlich unterstützen durch:

  • Pressearbeitsplatz

  • Erwähnung und Backlink auf der Vereins-Homepage

  • Erwähnung auf der Zeiteinteilung und Unterstützer/Sponsorentafel

  • Aktive Social Media Beiträge oder Stories für den Fotografen

  • Lautsprecher-Durchsage des Moderators

  • Aktive Integration ins Turnier-Team

6. Wer hat die Bildrechte an den Fotos vom Reitturnier?

Das Urheberrecht ist gesetzlich geschützt, nicht übertragbar und bleibt immer und ausnahmslos beim Fotografen. Käufer (egal ob Reiter oder der Verein) erwerben ausschließlich Nutzungsrechte. Da hier die meisten Missverständnisse entstehen, gilt es folgende Grenzen klar zu unterscheiden:

  • Nutzungsrechte für Reiter: Mit dem Kauf eines Fotos erwirbt der Reiter in der Regel nur das private Nutzungsrecht, z. B. für Social-Media-Kanäle oder das private Fotoalbum. Eine gewerbliche Nutzung (dazu gehört bereits die Verkaufsanzeige des Pferde oder die Nutzung für Sponsoren des Reiters) ist ohne spezielle Lizenz des Fotografen untersagt.

  • Nutzungsrechte für den Reitverein: Der Verein darf Turnierfotos nicht einfach so für seine Website, Flyer oder Social Media nutzen. Für jede Nutzung des Vereins ist eine Freigabe des Fotografen nötig.

  • Die schriftliche Vereinbarung: Bei der Übergabe von Fotos an den Verein sollten die erlaubten Kanäle vorab schriftlich definiert werden. Wichtig ist hierbei der Zusatz „zeitlich und örtlich unbegrenzt“ (z. B. „Nutzung für die vereinseigene Website und die Social-Media-Kanäle des Vereins zur Berichterstattung, zeitlich und örtlich unbegrenzt“). Ohne diesen zeitlichen Zusatz erlöschen die Rechte im Zweifel, sobald die aktuelle Berichterstattung über das Turnier vorbei ist, und der Verein müsste alte Beiträge oder Archivbilder mühsam löschen.

  • Die größte Stolperfalle (Weitergabe an Dritte): Die dem Verein eingeräumten Nutzungsrechte schließen den Weiterverkauf und die kostenlose Weitergabe an Dritte aus. Der Verein darf die Bilder nicht an Sponsoren, Medien oder Reiter weiterleiten, damit diese die Fotos für ihre eigenen Zwecke nutzen. Möchte ein Sponsor ein Foto für seine eigene Werbung nutzen, muss der Sponsor die Nutzungsrechte direkt beim Fotografen erwerben.

7. Was müssen Vereine bezüglich der DSGVO bei Turnierfotos beachten?

Mit der Nennung zum Turnier stimmen Reiter (und bei Minderjährigen deren Erziehungsberechtigte) in der Regel den Ausschreibungsbedingungen zu, die auch die Anfertigung von Fotos zur Berichterstattung regeln. Dennoch sollte der Verein z.B. am Eingang und in der Zeiteinteilung gut sichtbar darauf hinweisen, dass ein offizieller Fotograf vor Ort ist.

8. Wie läuft die Absprache zwischen Verein und Fotograf im Vorfeld ab?

Ein kurzes Briefing vor dem Turnier verhindert Missverständnisse. Geklärt werden sollte mindestens:

  • Welche Sponsoren/Prüfungen sind besonders wichtig?

  • Welche Sponsorenhindernisse müssen fotografiert werden?

  • Gibt es Rahmenprogrammpunkte, die nicht auf der Zeiteinteilung stehen, die fotografisch begleitet werden sollen?

  • Welche weiteren Werbemittel müssen fotografiert werden (Banner, Banden, Fahnen, Siegerdecken etc)

  • Wann, wie und an wen werden die Fotos übergeben?

  • Welche Fotos für Presse oder Social Media müssen möglichst schnell abgeliefert werden? Wer ist der Vereinskontakt für die Öffentlichkeitsarbeit?

  • Welche Kanäle nutzen Verein und Fotograf für die gegenseitige Verlinkung?

9. Warum ist die Kooperation für Fotografen überlebenswichtig?

Ohne das ehrenamtliche Engagement der Vereine gibt es keine Turniere – und damit keine Arbeitsgrundlage für Fotografen. Fotografen sollten sich daher als Partner des Vereins verstehen, die Vereinsstrukturen respektieren und durch faire Absprachen (z. B. Bereitstellung einiger Pressefotos oder Social Media Beiträge) zum Erhalt der ländlichen Turnierszene beitragen.

10. Wie frühzeitig sollte ein Verein einen Turnierfotografen buchen?

Da die "grüne Saison" kurz ist und gute Fotografen heiß begehrt sind, sollten Vereine den Fotografen idealerweise bereits bei der Terminplanung des Turniers – also mehrere Monate im Voraus – anfragen und fest buchen.


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