Lehrgang bei Lisa Röckener – Freiarbeit hautnah erleben
- Johanna Milse
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Im Mai 2025 hatte ich die besondere Gelegenheit, an einem Lehrgang mit Lisa Röckener teilzunehmen – und gleichzeitig fotografisch zu begleiten. Initiiert und liebevoll organisiert wurde der Lehrgang vom Reit- u. Fahrverein Lopshorn Lage e.V.
Einblick in die Freiarbeit
Freiarbeit bedeutet, mit dem Pferd letztlich ohne Halfter, Strick oder ähnliche Hilfsmittel zu arbeiten. Man bewegt sich gemeinsam, vertraut auf Körpersprache, Energie und auf die Verbindung, die man miteinander teilt. Übungen wie freies Folgen, Rufen, Drehen oder freies Zirkeln zeigen dabei eindrucksvoll, wie fein Pferde kommunizieren, wenn man ihnen zuhört und die richtigen Signale sendet.
Im Lehrgang vermittelte Lisa vielfältige, abwechslungsreiche Übungen, die wir direkt nachmachen konnten. Dabei ging es vor allem darum, die eigene Körpersprache bewusster einzusetzen. Wir lernten, wie wir klare Signale senden, wie wir motivieren und was wir tun können, wenn etwas nicht gleich beim ersten Versuch klappt. Besonders wertvoll: Lisas ehrliche Einblicke aus ihrer Show- und Trainingspraxis sowie praktische Tipps zu typischen Fehlern, die fast jeder irgendwann macht.

Der Auftakt: Ein gemütlicher Vorabend
Bereits am Vorabend starteten wir gemeinsam in entspannter Runde. Lisa sprach offen und herzlich über ihren Werdegang, ihre Philosophie und den Weg zur Freiarbeit. Anschließend tauchten wir anhand einer bild- und videoreichen Präsentation in die Grundlagen ein. Diese Mischung aus persönlicher Geschichte und theoretischem Fundament war ein perfekter Einstieg.
Ein Workshop zwischen Praxis, Gefühl und Aha-Momenten
Der praktische Teil fand am nächsten Tag in einem kleinen, liebevoll geführten Reitstall statt. Drei sehr unterschiedliche Pferde wurden nacheinander an die Freiarbeit herangeführt – und für alle war es absolutes Neuland. Genau dadurch konnten wir wunderbar beobachten, wie man mit Freiarbeit bei völlig unerfahrenen Pferden beginnt.
Nachdem Lisa die Basics erklärt und demonstriert hatte, durften einige von uns selbst an die Arbeit: natürlich immer nur so lange, wie die Pferde konzentriert und motiviert blieben. Danach hatten die Vierbeiner ihre wohlverdiente Pause auf Koppel oder im Stall, bevor sie am Nachmittag für weiterführende Übungen wieder auf den Platz kamen.

Was wir gelernt haben
An diesem Tag ging es nicht nur um Technik, sondern vor allem um Verständnis:
Wir und die Pferde lernten, einander besser zu lesen und klarer miteinander zu kommunizieren.
Die Pferde konnten unsere Körpersprache besser deuten – und wir bekamen ein Gefühl dafür, wie wir auf sie wirken.
Die Freiarbeit stärkt Vertrauen, Verbindung und gegenseitigen Respekt.
Gleichzeitig sorgt sie für körperliche Beweglichkeit, mentale Auslastung und mehr Abwechslung im Alltag.
Es ist faszinierend zu erleben, wie viel harmonischer und entspannter die Zusammenarbeit wird, wenn beide Seiten wissen, was der andere meint.

Ein Tag, der bleibt
Alle Teilnehmer gingen mit neuen Erkenntnissen und ganz viel Motivation nach Hause. Der Lehrgang war lehrreich, herzlich und voller schöner Momente – sowohl zwischen Mensch und Pferd als auch unter den Teilnehmern.
Meine ganz persönlichen Erkenntnisse
Ich habe aus dem Lehrgang unglaublich viel praktischen Input mitgenommen und direkt in meinen Stallalltag integriert. Besonders überrascht hat mich, wie schnell und dankbar meine Pferde die neuen Signale angenommen haben – ganz ohne lange Trainingseinheiten. Oft sind es die kleinen Veränderungen, die den größten Unterschied machen.
Meine Top 3 für den Alltag:
1. Ein Schnalzen = Losgehen. Früher habe ich für fast alles geschnalzt – kein Wunder, dass mein Pferd manchmal ratlos schaute. Jetzt steht ein Schnalzen nur noch für das Losgehen, andere Kommandos haben eigene Geräusche.
2. Loben durch Entspannung. Ein ruhiges „guuut“ wirkt sofort entspannend – ganz ohne Leckerli oder wildes Klopfen. Beide atmen aus, die Spannung fällt ab. Das nutze ich inzwischen auch beim Reiten.
3. Ein klares Signal fürs Rückwärtsrichten. Meine Stute wurde dabei immer sehr fest und auch wehrig. Mit einem einfachen „sch, sch, sch“ als Startsignal klappt es plötzlich mühelos. Selbst meine Tochter konnte das sofort erfolgreich anwenden (zu ihrer eigenen Überraschung).
Diese kleinen Anpassungen haben unseren Alltag so viel leichter und harmonischer gemacht.
In meinen Fotos zeige ich einige Impressionen des Tages.
Nach dem Lehrgang ging es noch zu den Fohlen auf die angrenzende Weide.



















































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